Neue Medien in der Pädagogik

Der Beitrag in der SRF Rundschau vom 18. Januar zum Thema „Computer für die Kleinsten“ 1 hat mich zu diesem Blogeintrag animiert. Es ist für mich wenig überraschend, dass der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft an den Schulen unterschiedlich begegnet wird. Natürlich sind die portraitierten Schulen Regensdorf und Zätzwil als Anschauungsbeispiele zu verstehen und in diesem Sinnen nicht repräsentativ für eine allgemeine Tendenz, doch während in Regensdorf digitale Lehrmittel scheinbar schon als alltägliche Hilfsmittel interaktiv verwendet werden, sehe ich hier im Beitrag eine Schulklasse, welche – wohl im Dachstock eines Schulhauses im Emmental – ungeduldig warten muss, bis ihr Browser eine einfache Internetseite öffnet! Dem Klassenlehrer sind die Hände gebunden; was kann er dafür, dass die nötige Infrastruktur fehlt. Aber wenn ich die Aussagen des Schulleiters höre, welcher sagt, der Umgang mit digitalen Medien soll sich auf ein Minimum beschränken und die Schüler hätten im Anschluss an die Volksschule im Rahmen ihrer Berufsbildung noch immer die Möglichkeit sich intensiver mit solchen Themen zu beschäftigen, so frage ich mich, ob dies nicht viel eher eine Haltungs- statt eine Ressourcenfrage ist? Denn in den Aussagen des Schulleiters  schwingen kulturpessimistische, respektive bewährpädagogische Untertöne mit.

Der Wichtigkeit von Medienerziehung und Medienbildung werden im Lehrplan 21 Rechnung getragen. In meinem Verständnis ist dessen Umsetzung für alle Deutschschweizer Kantone, respektive deren Gemeinden verpflichtend. Als Aussenstehender, welcher nicht in diesem Berufsfeld tätig ist, fällt es mir schwer zu beurteilen, wie viel Spielraum den Kantonen, respektive den einzelnen Schulen bei dessen Umsetzung bleibt, doch glaube ich eine gewisse Grundhaltung daraus lesen zu können, welche sich an aufklärenden, alltags- und handlungsorientierten Konzepten orientiert.  Doch denke ich, dass viele Lehrpersonen und Akteure im Bildungswesen noch wenig Bezug zu neuen Medien haben und diesen (noch)mit grosser Skepsis und einer bewährpädagogischen Haltung begegnen. Diese Skepsis muss zuerst beseitigt werden, bevor entsprechende Lerninhalte an die Lernenden herangetragen werden.  Dazu braucht es Weiterbildungen auf Leitungs- und Lehrerteamebene, um den Akteuren die Angst vor den neuen Technologien zu nehmen und Ihnen die Möglichkeiten, welche die neuen Medien bieten, näher zu bringen.

Auch ich kenne solche teaminternen Wiederstände, wenn es um das Thema „Umgang mit sozialen Medien“ geht. Als ich einmal bei einer Teamsitzung den Vorschlag gebracht habe, WhatsApp als meistgenutztes Kommunikationstool unserer Jugendlichen auch für die Interaktion des Teams mit den Jugendlichen zu nutzen, stiess dies teils auf grossen Wiederstand. Es ging darum, ob wir Whatsapp als Instrument zum Informationsaustausch mit den Jugendlichen akzeptieren. Bis heute läuft die Kommunikation – zum Beispiel, wenn sich jemand vom Nachtessen abmelden möchte oder Ausgang beziehen will – nur über Telefon. Einen Whatsappkanal haben wir, aber nutzen ihn kaum. Die entsprechenden Teammitglieder begründen ihre Haltung damit, dass ein Telefonat persönlicher  und die Interaktion direkter ist .  Für Sie ist das Telefon ein bekanntes Kommunikationsmittel, mit welchem sie aufgewachsen und welches ihnen vertraut ist. Sie wollen diese Art und Weise der Kommunikation „bewahren“ und lassen dabei ausser Acht, das die Erreichbarkeit der Jugendlichen via Whatsapp grösser ist und wir Informationslücken vermindern könnten, wenn wir von unserer bewährpädagogischen Haltung abrücken würden. Als Ressortverantwortlicher „Medien“ versuche ich dem mit themenspezifischen internen Weiterbildungen zu begegnen, um eine Haltungsänderung zu bewirken. Dies gelingt mir schrittweise, doch der Prozess dauert lange und erfordert Ressourcen, welche mir leider nicht in dem Masse zur Verfügung stehen, wie ich es mir wünschte. Ich kann mir vorstellen, dass es den Schulen ähnlich geht…

1 https://www.srf.ch/sendungen/rundschau

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Digitalisierung als Bedrohung – Digitalisierung als Chance

In der Science Fiction begegnet man dem Szenario immer wieder: Maschinen überflügeln die Menschen punkto Intelligenz und erlangen ein eigenes Bewusstsein. Oft hat das zur Folge, dass ein Krieg zwischen Maschinen und Menschen ausbricht – mit schlechten Karten für letztere (z.B. Terminator, Battlestar Galactica, Matrix). Andreas Brandhorst hat in einigen seiner Romane (u.a. Das Kosomotop) einen Gegenentwurf geschaffen. Dort gibt es Supercomputer in gewaltiger Grösse, die durch das All schweben und eigenständig handeln – Magister oder Koryphäen genannt. Für sie wäre es ein Leichtes, die Menschheit zu vernichten, sie kooperieren aber mit ihr und mit zahlreichen anderen Zivilisationen. Das gebietet ihnen der Respekt vor ihren Erschaffern. Weiterlesen

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Dynamik einer Geburtstagseinladung zum Hype …

Aus einer gutgemeinten, rosszügigen Einladung zur Geburtstagsfeier eines jungen Mädchens läuft eine Region in Mexiko ausser Kontrolle:
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Eine kurze Zusammenstellung, was aus einer Mitteilung in der heutigen Welt der sozialen Medien alles auslösen kann. Im Nachhinein kann man wohl darüber schmunzeln, aber mir scheint, dass der Vorfall auch zum Nachdenken anregt und im Einsatz der heutigen Medien etwas vorsichtiger werden lässt …

Viel Spass beim durchgehen der kleinen Details …
… und wer mehr wissen will, findet fast unendlich viele Berichte aus der ganzen Welt, über das kleine unbekannte La Joya in Mexiko.

Viele Grüsse, Roman

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