Gipfeltreffen der Generationen

Gestern Freitag wurden die Teilnehmenden des CAS Medienpädagogik zum Gipfeltreffen der Generationen ins Kompetenzzentrum „SBW Neue Medien“ in Romanshorn geladen. Zuvor machte ich mir Gedanken, wie dieses Treffen wohl sein würde. Im Grossen und Ganzen herrschte Vorfreude bei mir. Der Anlass bot die Chance, mich mit Jugendlichen auszutauschen und vom ihrem grossen Wissen im Medienbereich zu profitieren. Irgendwo in der hintersten Ecke meines Oberstübchens geisterten aber auch Vorurteile und Ängste herum. Würden mich die Mediamatik-Lehrlinge als „Alter“ ansprechen? (Bisher ist meine Erfahrung jedoch, dass ausschliesslich junge Personen als alt bezeichnet werden). Etwas ernsthafter war meine Sorge, die Jugendlichen könnten etwas auf mich digital eingerosteten Besucher herabschauen. Eine andere Vorstellung war, dass die jungen Mediamatikerinnen und Mediamatiker den Bezug zur analogen Welt verloren hätten und die ganze Welt nur via Bildschirm wahrnehmen würden. Womöglich wären die Digital Natives gar nicht in der Lage, den digitalen Wandel auch kritisch zu betrachten.

 

Alles Humbug! Mein Tandem Partner begegnete mir auf Augenhöhe und zeigte sich an meinen Positionen ebenso interessiert wie ich an seinen. F* wirkte auf mich sehr selbstständig, freundlich, offen, kommunikativ und erstaunlich reif (In seinem Alter war ich wohl nicht so weit). Obwohl die digitale Welt an seinem Arbeitsplatz grosses Gewicht hat, hat er den Bezug zur analogen Welt definitiv nicht verloren. Sowohl F als auch die anderen Lehrlinge sehen durchaus auch die negativen Seiten der digitalen Umwälzung. In den sieben Kurzgesprächen im Rahmen des Speakdatings erlebte ich sieben bodenständige, zu kritischem Denken fähige Jugendliche mit einer gesunden Einstellung.

 

Imponiert hat mir neben den Mediamatikerinnen und Mediamatikern die Institution selber. Die SBW sah ich zuvor eher kritisch. Das hat mit meiner ersten Begegnung vor über zehn Jahren zu tun. Im Rahmen meiner Ausbildung zum Primarlehrer besuchte ich die zur SBW gehörende Primaria, welche bis 2007 in Horn am Bodensee beheimatet war. Damals hatte ich den Eindruck, dass die Schülerinnen und Schüler nur machen, worauf sie Lust haben. An Rechnen, Schreiben, Lesen zeigte sich während meines Aufenthalts niemand interessiert. Höher im Kurs stand das Trampolin. Aufgrund meiner Beobachtungen sprach ich fortan von der „Anarchia Horn“. Die „SBW Neue Medien“ dagegen hat mich beeindruckt. Das Knowhow, welches die Lehrlinge nach nur einem halben Jahr angehäuft haben, spricht für die Ausbildnerinnen und Ausbildner sowie für das Konzept des Hauses. Die Mediamatikerinnen und Mediamatiker arbeiten topmotiviert sowie mit einer hohen Selbstständigkeit und Eigeninitiative. Ich bin überzeugt: Mit diesem Lehrabschluss werden die Jugendliche heiss begehrt sein auf dem Arbeitsmarkt.

 

@SBW Neue Medien: Vielen Dank! Toll durfte ich dabei sein.

 

* Name der Redaktion bekannt 😉

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